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A Whisper In The Noise - Live

2008-04-13 13:47:50

  • The in A noise land Whisper Dry
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Herbsteinbruch im Frühling. Die stillen Amerikaner von A Whisper In The Noise waren mit ihrem traurig-schönen Sound in Wien zu Gast. Mastermind West Thordson wusste die SZENE Wien in tiefe melancholische Abgründe zu tauchen.

In der Ruhe liegt Magie.
Eines der außergewöhnlichsten Alben präsentierte der aus Hanska, Minnesota, stammende West Thordson im vergangenen Jahr.
Einsamkeit und Leere strahlte es aus, Geborgenheit und Schutz suchte das Album Dry Land aber dennoch, mit dem die Band hierzulande mehr Aufmerksamkeit erregen konnten als mit den zwei davor veröffentlichten Werken.
Die Musik von A Whisper In The Noise ist wie ein knarziger alter Boden eines baufälligen, verlassen dastehenden Hauses mit einer dekadenreichen Vorgeschichte. Sie besitzt einen großen Hang zu Schwermut und Melancholie, zeigt sich aber gleichzeitig von einer wunderschönen Seite.
Thordson hat ein ungewöhnliches Domizil in einer verlassenen Schule aufgeschlagen, in der er auch sein Studio eingerichtet hat. Das Wasser dröhnt leise durch die alten Rohre und jeder Tropfen der undichten Decke scheint in das Soundgewand von Dry Land hineingsickert zu sein. Gerade dies kurbelt die Faszination für das Werk weiter an.
Selbst das Artwork wurde für die limitierte Variante des Albums auf hundert Jahre altem Zeitungspapier gedruckt.
Wer hier meint, es werde nicht genug Einsatz gezeigt, der lügt.

Please don't forget what the thought burns away


A Whisper In The Noise
machten im Laufe ihrer Europa-Tour auch in Wien halt und traten am 02. April in der SZENE Wien auf.
Als Support fungierten die unbekannten The Winchester Club, eine fünfköpfige Formationen, deren Album Britannia Triumphant erst kürzlich erschienen ist, und die bestuhlt das Konzert in Angriff nahm.
Mit langen instrumentalen Postcore-Songs sorgten sie für ein erstes Abtauchen in tiefe Gefilde. Auf Gesang wurde verzichtet, dafür bildeten diverse Sprachsamples aus dem Laptop eine sprachliche Brücke. Versierte Musiker bekam man zu Gesicht, die sich vollkommen auf ihre Songs konzentrierten als mit den Zuschauern groß in Kontakt zu treten. Abwechslung bot eine Videoleinwand, die mit diversen visuellen Einspielern die Atmosphäre der Songs unterstützte.

Ohne große Show und kleiner Umbauphase machten A Whisper In The Noise genau dort weiter.
Was auf der von Steve Albini produzierten Platte funktioniert, macht sich auch live gut: Malerische Keyboardmelodien, die im Stande sind die Songs zu tragen und zu dominieren ohne sich arg vordergründig aufzuspielen, dazu ruhiger oder ruppiger Gesang von West Thordson und das nach einem Ausbruch suchende und virtuose Geigenspiel von Hannah Murray. Schlagzeug und Bass wirkten nur als vervollständigendes Rückgrad.
Unheimlich entrückt das warme, teils klassisch wirkende Set - vielleicht gerade deswegen auch in den Bann ziehend. Hauptaugenmerk lag natürlich auf dem aktuellen Album der Band, doch es fanden sich auch einige ältere Stücken von den Alben As The Bluebird Sings und Through The Ideas Of March.

Wie Trail Of Dead ohne Wut im Bauch, die Dresden Dolls ohne Drama und wilden Gestikulationen, A Perfect Circle mit Paz Lenchantin und ohne Maynard.

In einer hektischen, rastlosen und oft eiligen Welt stellen A Whisper In The Noise einen willkommenen Ruhepol dar, der auch live überzeugen konnte, obwohl die Besucheranzahl nicht gerade rigoros ausgefallen ist.
Vielleicht entdecken mehr Leute das Flüstern in ihren Ohren. Wünschenswert wäre es.

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AutorInnen

Daniel Gilic

Daniel Gilic

"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)

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