Freies Magazin FM5

Plattform für Kunst und Jugendkultur

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kreatives

5. Jänner 2003 - FM5 war geboren

2007-12-18 13:56:42

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Die Entstehungsgeschichte des Freien Magazins FM5 – mit Fotos aus der Anfangszeit. Lest hier wie alles begann...

Es war der 5. Jänner 2003, 22:35 zeigte die Uhr, als Max die letzte noch fehlende index Datei auf den ftp-Server spielte. Ein Magazin wurde geboren – das Freie Magazin. Ein historischer Moment? – Nein, aber eine gewisse persönliche Genugtuung war doch in diesem Augenblick zu verspüren. Wir haben etwas geschaffen. Was genau das war, konnte man zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen, aber man hatte das Gefühl, dass es etwas recht Einzigartiges war. Max hatte noch den Probeführerschein, außerdem lag Schnee auf den Straßen und so konnte der Start des Magazins nicht einmal mit einem Bier gefeiert werden.

Doch das war damals, die erste Euphorie war schnell verflogen. Wie sagt man so schön? – Der Alltag holte uns ein. Die zweite Ausgabe war vielleicht die schwerste überhaupt: Wir arbeiteten ohne Content Mangement System und ohne Digitalkamera – und natürlich ohne Büro und ohne Geld. Margit war damals frustriert, weil die Fotoqualität oftmals nicht gepasst hat. Wir hatten ja keine Erfahrung und wir mussten erst lernen, wie man ein Foto überhaupt zuschneidet und bearbeitet. Diese Kenntnisse galt es sich rasch anzueignen, immerhin war man schon im Betrieb.

Hürden und erste Erfolge

Als die Arbeit richtig los ging, zogen sich rasch einige wieder zurück, doch gleichzeitig passierte etwas ganz Einzigartiges: Es wollten da plötzlich Leute aus Vorarlberg oder aus ungekannten Orten wie Schleinbach in Niederösterreich beim Magazin mitmachen. Die Erfolgsgeschichte ging los, wobei man dabei immer aufpassen muss, was man unter Erfolg versteht. Viele neue Leute kennen zu lernen, mit seinen Vorbildern und Stars zu quatschen, sich Dinge exklusiv anschauen zu können und darüber jede Menge zu lernen, empfanden wir jedenfalls als Erfolg. Aus wirtschaftlicher und zeitökonomischer Sicht war es schon komplizierter. Vielleicht war es ja gut, so blauäugig in diese Sache rein zu gehen. Denn hätte man damals schon genau gewusst, wie viel Arbeit dahinter steckt, wer weiß, ob man sich das wirklich angetan hätte? FM5 entstand jedenfalls aus der natürlichen Infrastruktur des Mühlviertels heraus. Aus jugendkultureller Sicht sah die Lage in dieser Region sehr düster aus: Angebot gleich Null. Man könnte meinen, dass man beinahe zum Komasaufen gezwungen wurde.

Ein Jugendmedium gab es keines und Unabhängigkeit war generell suspekt, für mache Leute gar eine Kriegserklärung. Bei einer Partei hätte man immerhin gewusst wofür sie steht, aber bei uns war das schwierig. Wir wollten jedenfalls etwas verändern, jenseits der uns ausschließenden Strukturen. FM5 entstand aus einem absoluten Mangel an Angeboten heraus. Tja, und man konnte jetzt lange darüber raunzen, dass es nichts gab – oder es selbst probieren. Zunächst wurden wir belächelt: Wozu sollte man eine Plattform für Kunst und Jugendkultur brauchen?

Sympathien und Beziehungen

Ein freies Magazin stellte sich geradezu als Glücksfall heraus, wir waren absolut unabhängig. Störende und empfehlende Einflüsse von außen sind uns dadurch erspart geblieben. Ein weiterer entscheidender Vorteil war, dass man sich auf Monats-Ausgaben im Magazin festgelegt hatte. So gab es zumindest ein „Korsett“ und Deadlines, die sich in den Köpfen verankerten. Durch regelmäßiges und intensives Fortgehen wurde außerdem die Basis fürs Überleben geschaffen. Wir waren von Anfang an mehr als ein Magazin. Wenn schon unbezahlt, dann muss das ganze ja auch Spaß machen. Ohne die daraus resultierenden Freundschaften und die damit einhergehenden Bindungen, wäre die Sinnhaftigkeit eines Freien Magazins für uns ohnehin in Frage gestellt.

Blicken wir heute zurück, müssen wir uns wohl bei FM4, beim Standard und bei vielen, vielen Menschen wie Josef Hader, Armin Wolf oder Bands wie Petsch Moser bedanken. Sie haben uns immer wieder aufs Neue motiviert. Nach nicht einmal 5 Monaten ins Jugendzimmer zu FM4 eingeladen zu werden oder plötzlich einen halbseitigen Bericht über uns im Standard zu finden, hat damals sehr motiviert.

Klar war immer auch, dass der/die Einzelne zwar viel tun konnte und kann, es schließlich aber immer um das WIR geht. Wir als Gruppe können viel erreichen, solange es gemeinsame Ziele gibt, solange man etwas erreichen will. Daran hat sich auch fünf Jahre nach der Gründung des Freien Magazins FM5 nichts geändert. Das Wollen muss da sein, ohne dieses Wollen können wir nicht existieren. Das Freie Magazin als Plattform für Kunst und Jugendkultur wird solange existieren, solange dieses Wollen weiterhin da ist.

Willst du dabei sein? mitmachen (at) fm5.at

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AutorInnen

Martin Aschauer

Martin Aschauer

Ich gehöre zu den Personen die von Anfang an dabei waren. In FM5 steckt nicht nur viel Zeit sondern auch ganz persönliches von mir. Im Moment habe ich mich ans Doktorat gemacht. Ich gehöre wohl zu den Personen, die nie Zeit haben...

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