2008-03-24 12:12:47
Den neuen Metal ad acta gelegt, schreiten 4lyn weiterhin ihres Weges. Wo viele schon längst den Kopf in den Sand gesteckt hätten, gehen die Jungs immer noch aufrecht. Angriff ist die beste Verteidigung.
Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch heraus.
Zwar gilt die deutsche Gruppe 4lyn als gute Liveband, doch ihre Veröffentlichungen hatten stets den Ruf nur Mangelware zu sein und auf Albumlänge zu enttäuschen.
Nicht gerade wenige Stimmen beäugten die Band kritisch.
Davon haben sie sich trotzdem nicht unterkriegen lassen und es gibt sie immer noch.
Ob ihr aktuelles und schlicht betiteltes Album Hello die Kritik diesmal sanfter ausfallen lässt?
Höchst energisch und riffstark eröffnet der Auftaktsong The Grind die Willkommensfloskel und nimmt uns zupackend in Empfang. Im Anschluss geht es auf die Pirsch nach Freiwild.
Anschließend durchstreift man die Shadow Valley und landet dabei plötzlich im finnischen Grenzgebiet.
Der Song erinnert recht stark an die Band mit den drei Buchstaben aus Helsinki.
Melodiöser sind sie geworden, und textlich verbirgt sich ein (gewollter?) Hinweis zu In The Shadow Of The Valley Of Death, einem Song von Schockrocker & Enfant terrible Marilyn Manson. Musikalisch haben die beiden Partien jedoch nichts gemein.
Die sich um gescheitere Liebe drehende Single Hello (For You I’m Dying) gibt sich unmissverständlich und sympathisiert mit aufopfernden Romeo und Julia-Gefühlen
World’s Gone Crazy übt sich in Gesellschaftskritik, die mit geradlinigem Refrain zum Mitmachen einlädt und live wohl perfekt funktionieren wird. Madness is president, woohoohoo woohoohoo, this world has gone crazy, crazy, sadness is gouvernment - in welche Richtung dieser Seitenhieb geht dürfte klar sein. Too Much Of Anything betont stärker den Retrorock-Ansatz und frönt der skandinavischen Seite. Thematisch wird, wie der Titel bereits vorgibt, der Überfluss an Sachen und Wertgegenständen behandelt, aber auch die Individualität jedes Einzelnen wird in Frage gestellt.
Nostalgia schwenkt den Blickwinkel in die Vergangenheit, Lovemaker/Soulshaker macht mit tödlichen Liebesschwüren von sich reden und hat dabei einen textlichen Link zu Type O Negative.
Auch hält sich der mehrstimmig gesungene Refrain nicht zurück.
Here is a song that I never wanted to write – Wie war das?
This Heart ist die unnötige Semi-Ballade der Band, die auf einem Album natürlich nicht fehlen darf. Zum letzten Rodeo bittet das stürmische Cowboys, dass die Türen dann wieder schließt und uns den letzten Händedruck gibt.
Hello, is it me you're looking for?
Hello begrüßt und winkt jedem mit rockig eingängigen Songs und schmissigen Refrains zu, die fassbar genug und nicht kompliziert sind.
Kein Eintritt nur für besondere Mitglieder und Anhänger, sondern für alle die es möchten.
Die Zielgruppe, die mittlerweile nicht mehr so groß sein dürfte, wird dieses Album lieben.
Ob die Platte mehr Bestand als alle anderen Alben in der Discographie von 4lyn haben wird, wird sich zeigen. Das Album macht zwar nicht viel falsch, fordert das Risiko aber auch nicht heraus. Zu gleichförmig brettern die Riffs, zu ident schmettern die Refrains drauf los (The Jumpoff). Live werden sie sicherlich funktionieren.
Plansoll erfüllt. Wir warten aber immer noch auf ein Best Of mit den besten Songs und ohne Schnickschnack. Ein gutes oder schlechtes Zeichen?
"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)
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