2008-03-30 13:11:12
Jack Bauer ist wieder im Einsatz. Diesmal warten drei Stories im Comicformat auf eine Erzählung in Echtzeit. Auch wenn das Medium ein anderes ist, 24 bleibt sich und seinem Konzept treu.
Von den einen wegen der realistischen und hochdosierten Spannung innig geliebt, von den anderen gerade wegen der Continuity-Falle verschmäht.
Verpasst man eine Folge bzw. eine Stunde von 24, kennt man sich im strikten Ablauf der Serie gar nicht mehr aus.
Solchen Dingen geht dieser Comic-Band geschickt aus dem Weg, trotzdem hält er sich an bekannte Form und inhaltliche Gestaltung.
Der amerikanische Verlag IDW veröffentlicht in den USA die Adaption der Fernsehserie rund um Kiefer Sutherland, die hierzulande von Cross Cult veröffentlich wird. Wie bereits vom TV-Format bekannt, präsentieren sich die hier enthaltenden Geschichten auch in Echtzeit.
Wie das geht? Zwei Seiten betragen ca. eine Stunde im Verlauf der Handlung. Problem gelöst.
Doch funktioniert diese neue und ungewöhnliche Herangehensweise auf Dauer?
Every second counts
Die letzte Kugel eröffnet den Band, in dem es um eine Zeugin geht, die in das Kreuzfeuer eines Mord-Kommandos hineingerät und beschützt werden will. Kann Jack Bauer ihr Leben retten vor den Killern und Banditen, die ihr dicht auf der Spur sind?
In der zweiten Geschichte, Mitternachtssonne, operiert der Geheimagent im Verborgenen, um einen Anschlag von Ökoterroristen zu verhindern.
Geht der Undercover-Einsatz schief, gibt es ein desaströses Umweltmalheur.
Abschließend geht es in Stufen um ein Drogenkartell, dass in einem Hotel einen Deal plant, ohne zu wissen, dass im gleichen Moment ein terroristischer Anschlag einer selbsternannten tschetschenischen Befreiungsgruppe beabsichtigt ist.
Mittendrin: Natürlich Jack Bauer, der Mann mit den Nerven aus Drahtseilen.
The clock is ticking
Realistische Zeichnungen und lebensnahe Computerkolorierung wollen dem Bild aus dem TV so nahe wie möglich kommen, was größtenteils auch gelingt. Der Plot der drei unterschiedlichen Stories verläuft hingegen sehr geradlinig, vielleicht etwas zu steif.
Die Wendungen und konfliktgeladenen Situationen wirken nicht überraschend, die neuen Entdeckungen und Informationen sind nicht gerade einschneidend.
24 ist zwar keine Top-Serie aus dem Comicbereich, doch wer politischen Thrill, Verschwörungstheorien und waghalsige Schießereien liebt, der wird hier seine kurzweilige, schön illustrierte Freude finden.
Alle anderen, die schon die Serie nicht vor den Fernseher locken konnte, können getrost die Hände von 24 - Der offizielle Comic zur TV-Serie lassen.
"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)
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