Freies Magazin FM5

Plattform für Kunst und Jugendkultur

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2,5 Jahre fm5 - Eine Zwischenbilanz

2007-04-02 00:10:14

Es gibt vermutlich wenige Magazine in Österreich, die so illusorisch, idealistisch und euphorisch zugleich gegründet worden sind. Es ging darum neue mediale Räume zu erschließen. In den mehr als zwei Jahren Bestehen entwickelte sich FM5 zu einer – von der Medienlandschaft nicht unbeachteten – innovativen Plattform für Kunst- und Jugendkultur. Wie das gelang, was sich in der Zeit dabei alles verändert hat und vor allem, wie alles begonnen hat, das erfährst du in dieser Reportage.

Ein guter Tag beginnt mit einem neuen Medium

Ein guter Tag beginnt mit einem neuen Medium, so könnte durchaus die Erfolgsgeschichte rund ums Magazin beginnen, zumindest war das der Titel unserer ersten Presseaussendung. Diese brachte uns bereits Wochen bevor unser Magazin überhaupt noch on air ging bereits österreichweit in die Medien, unter anderem auf die Titelseite der Medianet. Zu diesem Zeitpunkt hat noch nicht viel existiert vom Magazin. Doch wie angekündigt feierte das Freie Magazin FM5 am 6. Jänner 2003 um 22:35 seine Geburtsstunde.

Internetmagazin ohne Digitalkamera und Redaktionssystem gegründet

Vorbereitungszeit haben wir uns für unser Magazin nicht viel gegeben. Design, Journalismuscrashkurs, Konzeptionierung und Umsetzung wurden mehr oder weniger binnen eines Monats umgesetzt. Natürlich sind sich da gewisse Dinge nicht ausgegangen. Beispielsweise hatten wir damals noch kein Redaktionssystem, und wir haben damals auch noch nicht genau gewusst, wie wir ein effizientes System für unsere Ansprüche realisieren könnten. Es war nur eines klar. Wir wollten anders sein. Wir wollten anders "arbeiten", als das Umfeld das wir kennengelernt haben. Wir wollten ein Magazin gründen, das einen jungen Amstettner genauso interessiert wie einen Perger. (Das Freie Magazin wurden ursprünglich im Mühlviertel gegründet.) Also, an ganz Österreich hat wohl damals noch keiner gedacht. Frei sollte der Zugang sein, das war für uns das Wichtigste. Das Freie Magazin sollte ein Projekt sein, bei dem man voneinander lernt und profitiert. Fragen der Finanzierung standen anfangs nicht unbedingt im Vordergrund. Die Infrastruktur stand uns ja kostenlos zur Verfügung. Für ein Magazin nötige Infrastruktur wie eine Digitalkamera wurden in den Anfangsmonaten durch viel Engagement weggemacht. Bald war dann aber doch eine erste hochwertige Digitalkamera  privat finanziert... Seitdem hat sich vieles professionalisiert.

FM5 verlässt die Virtualität

Das Freie Magazin FM5 versucht neue mediale Räume zu erschließen. In diesem Sinne beschränkt sich die Arbeitsweise von FM5 nicht auf herkömmliche redaktionelle Tätigkeiten. In den mehr als zwei Jahren ihres Bestehens entwickelte sich FM5 zu einer – von der Medienlandschaft nicht unbeachteten – innovativen Plattform für Kunst- und Jugendkultur. Neben den journalistischen Aktivitäten engagiert sich der Verein nicht nur im virtuellen Bereich, sondern konzipiert und organisiert vielfältige Kulturhappenings mit jungen, bekannten KünstlerInnen. Als Konsequenz dauraus entwickelte der Verein die Musikinformations- und Vernetzungsplattform nolabel. Siemens Österreich zeichnete im Rahmen des „Spin-the-globe Imagineer-Wettberwerbs" dieses Projekt aus. 

Das FM5 ist 1 Gebutstagsfest

Man muss wohl im Mühlviertel zu Hause sein, um zu verstehen was damals abgelaufen ist. In der Bezirksstadt Perg, wo wir gemeinsam mit Petsch Moser, Groundlift, Blisstonia und Soma unseren ersten Geburtstag gefeiert haben, können nicht einmal die Maturabälle der zahlreichen Perger Schulen veranstaltet werden. Mehr muss dazu wohl nicht gesagt werden. Wir haben es dennoch gewagt und gezeigt, dass gelebte Jugendkultur sehr wohl möglich ist. Das war eine feine Sache, auch wenn das Risiko und die Arbeit dahinter groß war. Doch es hat sich ausgezahlt. Ich weiß noch genau, wie bei einer Redaktionssitzung im Vorfeld des Festels das Telefon läutete... Der Blumenau hat einen Artikel auf FM4 über euch geschrieben... wie habt ihr das bloß gemacht....? Zum Fest noch eine 6 minütige Radioreportage über das Freie Magazin, von Robert Zickmund. Wirklich schön und aufbauend. Schön war das Geburtstagsfest. Ich würde sagen, vom Gefühl her besser als die Matura hinter sich gebracht zu haben. Zumindest gleichwertig, würde ich sagen.

Mai 2004 - Ein Redaktionssytem verhindert das Ende

Das Arbeitspensum wurde immer größer. Wir arbeiteten noch immer ohne Redaktionssystem. Nachdem wir in der Zwischenzeit zu einer richtig kleinen Plattform für Kunst und Jugendkultur gereift waren, sprich immer mehr Leute daran partizipierten, verschärfte sich die Situation immer weiter. Ohne Redaktionssystem kann es nicht weitergehen, eine Erkenntnis die bald Grundtenor wurde. Ohne Geld und technische Infrastruktur wäre wohl das Magazin zum Scheitern verurteilt. Durch großen persönlich Einsatz eines fm5ling namens Christian Sigl konnte dieser Umstand aber gelöst werden. Probleme sind ja bekanntlich da, um gelöst zu werden. Und so gings weiter...

FM5 ist zwei

Das zweite Geburtstagsfest stellte wohl alles bisher dagewesene in den Schatten: Das FM5-Fest ist völlig ausverkauft. Mehr Besucher als Einwohner, das muss man sich zuvor auf der Zunge zergehen lassen - Zumindest in dieser Region - und das bei all den Problemen im Vorfeld. Beispielsweise verhinderte die Stadt Perg das Rockkonzert und so mussten wir nach Baumgartenberg ausweichen; Der Headliner Bauchklang musste am Tag des Festes zudem noch krankheitsbedingt absagen, da der Frontman Andreas schwer krank wurde. Attwenger sprang als "Ersatz" kurzfristig ein. Das Geburtstagsfest wurde zu einem großen Erfolg, wie die Video- Fernseh- und Zeitungsbilder (z.B.: http://www.zzapp.tv/zcene/09.htm) beweisen. Das Aufbauenste waren  vor allem die zahlreichen begeisterten BesucherInnen.

www.nolabel.at

Im Mai starteten wir offiziell unsere Musikinformations- und Vernetzungsplattform Nolabel. Noch vor dem offiziellen Start wurde von Siemens Österreich die Nolabel-Lightversion bereits unter die 15 innovativsten Projekte gewählt. Eine sehr bemerkenswerte Auszeichnung für uns. (Nachzuprüfen unter http://www.nolabel.at) Von Gotv bis hin zum Kurier oder der ÖH-Zeitung Unique wurde diese Plattform in den höchsten Tönen gelobt, was uns natürlich sehr freut. Das Wichtigste für uns ist aber, dass die KünstlerInnen Nolabel als ihre Plattform nutzen, was auch passiert.

Geld ist wichtig - Die Gratwanderung

Kein Schreiberling und keine Person des Organisationsteams bekommt Geld für seine Tätigkeit. Im Gegenteil. 30 Euro beträgt der Jahresmitgliedsbeitrag, dafür dass man/frau seine/ihre Freizeit in dieses Projekt steckt. Natürlich können über diesen Mitgliedsbeitrag die Gesamtkosten nicht gedeckt werden. Deshalb ist es wichtig alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen. Teilweise wurden diese auch schon gefunden, zumindest das Jahr 2005 ist finanziert. Allerdings werden, Telefon- oder Postkosten noch immer nicht im gebührenden Maße entschädigt, als man sich das wünschen würde. Eine Herausforderung, der man sich stellen muss. Natürlich ergeben sich daraus Konfliktfelder bei einem Freien Magazin, dass "jung, kritisch und kreativ" sein will. Doch ähnlich wie beim Redaktionssystem gilt: Probleme sind da, um gelöst zu werden.

Zukunft

Alles wartet bereits aufs nächste Geburtstagsfest, diesmal wieder im Kulturglashaus Baumann, in Baumgartenberg in Oberösterreich. Doch zuvor gibt es noch zwei Events in Wien. Näheres dazu folgt zu gegebener Zeit.

Doch zuvor kommt noch eine neue, innovative Plattform: www.mitfahrboerse.at, welche als Testversion mittlerweile intern zur Verfügung steht, aber aus förderungstechnischen Gesichtspunkten wohl kaum vor Jänner 2006 das Licht der Welt wird erblicken dürfen..

 

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AutorInnen

Martin Aschauer

Martin Aschauer

Ich gehöre zu den Personen die von Anfang an dabei waren. In FM5 steckt nicht nur viel Zeit sondern auch ganz persönliches von mir. Im Moment habe ich mich ans Doktorat gemacht. Ich gehöre wohl zu den Personen, die nie Zeit haben...

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