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…..and so I face the final curtain

2007-04-02 00:12:40

Das Jahr 2007 hat gerade erst begonnen und schon läuft einer der besten Filme, die es in den nächsten 12 Monaten zu sehen geben wird, im Kino. Robert Altmans Film „ A Prairie Home Companion“ zeigt den letzten Abend einer über 30 Jahre alten Live-Radio-Show. Es wäre nicht ein Robert Altman Film, wenn diese Show nicht eine Besondere wäre.

Singende Schauspieler gibt es in Hollywood zu Genüge. Schauspielende Sänger genauso. Radio und Musiksender sind voll mit Möchtegern-Stars, die ihr gesangliches Talent zur Schau stellen wollen. So klingt auch Robert Altmans letzter Film – liest man sich die Credits durch – wie eine Anhäufung von Stars, die dem Regisseur zu Liebe, ihr Stimmchen erklingen lassen.

„A Prairie Home Companion"
Dass Radio-Shows vom Aussterben bedroht sind, ist spätestens seit dem „The Buggles"-Song „Video killed the radio star" bekannt. Das nächste Opfer ist die beliebte Live-Radio-Show „A Prairie Home Companion". Während alle Beteiligten ihre Trauer kaum verbergen können, macht Moderator GK (Garrison Keillor) eine fröhlich, witzige Show, wie jeden Samstagabend.

Doch während auf der Bühne (fast) alles wunderbar glatt läuft, geht es im Backstagebereich äußerst turbulent zu. Der Detektiv Guy Noir (Kevin Kline) schwärmt von einer blonden, mysteriösen Frau (Virginia Madsen), die hinter den Kulissen ihr Unwesen treibt. Diese stellt sich selbst als Todesengel vor. Mit ihrem Auftreten folgt unvermeidlich der Tod eines Ensemblemitglieds. Doch nicht einmal das kann GK aus der Fassung bringen.

Ein All Star Country Noir Musical
Bereits die einführenden Worte von Guy Noir lassen einen rätselhaften Film, genau wie wir es von Altman gewöhnt sind, erwarten. Das Fitzgerald Theatre, in dem die Show „A Prairie Home Companion" seit 1978 stattfindet, wirkt als wäre die Zeit im letzten Drittel der 70er Jahre stehen geblieben. Neben den Cowboys Dusty (Woody Harrelson) und Lefty (John C. Reilly), die immer für einen Scherz zu haben sind, und unter strenger Kontrolle des Inspizienten Al stehen, sind auch die Johnson Sisters schon jahrelang dabei.

Meryl Streep und Lily Tomlin verkörpern die Veteranen eines ehemaligen Country Quartetts. Yolanda (Streep) hat die Trennung von GK noch immer nicht verkraftet und versucht immer wieder seine Aufmerksamkeit zu erregen. Dies artet bei einem improvisierten, selbst gesungenen Werbejingle aus. Während GK über Klebeband philosophiert – der Zettel mit dem richtigen Text wurde verlegt – und von Geräuschen der Band unterstützt wird, beginnt Yolanda gleichzeitig mit Vorwürfen um sich zu werfen.

Im Gegensatz zu ihrer labilen Schwester steht Rhonda Johnson. Lily Tomlin überzeugt als dominanter Teil des Geschwisterpaares, sie spendet Trost, gibt aber gleichzeitig den Ton an. Als Dritte im Bunde der Johnson Sisters steht Yolandas Tochter Lola, gespielt von Lindsay Lohan.

Lola ist eine 17jährige Poetin, ihr Sujet ist der Selbstmord. Wer jetzt denkt, „oh nein schon wieder so ein Teeniestar", der irrt. Lohan verkörpert eine genervte, zugleich unsichere junge Frau, die im Laufe des Films wächst. Lobenswert Lohans spontaner Auftritt, um die letzten fünf Minuten der Show auszufüllen. Eine abgewandelte Version des Liedes „Franky and Johnny" erheitert die Gemüter, nicht nur im Saal des Fitzgerald Theatres.

Ein Meister ging
„A Prairie Home Companion" sollte Robert Altmans letzter Film werden. Altman war ein Regisseur, der mit jedem seiner Filme begeisterte. Sein letzter Film zählt wohl zu seinen besten.

Fazit
Entstanden ist die Idee zu „A Prairie Home Companion" zusammen mit Garrison Keillor - Begründer und Moderator der realen Show - der auch die Rolle des GK übernahm. Einen Film über eine Radio-Show zu drehen, war für Altman, der sich bereits in seiner Kindheit intensiv mit Radio beschäftigte und selbst Hörspiele schrieb, von großer Bedeutung.

Keillor, der das Drehbuch schrieb, erschuf mit diesem eine Art Paralleluniversum zur realen Show. Seine Intention war es zu zeigen, wie der letzte Abend von „ A Prairie Home Companion" aussehen würde. Neben der Band spielen auch Mitglieder der Original-Show mit.

Umgesetzt mit einem ausgezeichneten Ensemble, das stimmlich nicht zu übertreffen wäre, zeigt der letzte Robert Altman Film den wunderbaren Abschied einer Radio-Show. Schade, dass es der Letzte ist.

Filmstart: 26.Jänner 2007

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AutorInnen

Lena Fürnkranz

Lena Fürnkranz

We are all in the gutter but some of us are looking at the stars. (Lord Darlington, Lady Windermere's Fan)

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