2008-02-03 13:08:01
Schweden-Pop ist zurzeit hot as can be. Ein Gespräch mit Adam Olenius und Eric Edman von den Shout Out Louds über ihre aktuelle Tour, die kreative Werkstatt Schweden und ihre „Ill Wills“.
„The Words came like a hard rain and your smile changed like a hurricane…“ Verdammt, wenn Lyrics so beginnen und im Hintergrund auch noch das Herz emotional durchgerüttelt wird, muss man es verstehen: Schweden-Pop ist the new thing! The new old thing called Pop! Dessen ist sich auch die aus Stockholm, dem Montreal von Europa, stammende Band Shout Out Louds, deren sämtliche Emo-Drüsen (be)rührender Song Hard Rain (enthalten auf ihrem aktuellen Album Our Ill Wills) eingangs zitiert wurde, bewusst. Ausgestattet mit dem zusätzlichen notwendigen Wissen rund um das Funktionieren eines Pop-Songs und korrekte Antworten auf wichtige Fragen wie „Auf welche Art bringe ich ein Herz zum Schmelzen?“ im Sakko stecken habend, malen die skandinavischen Gefühlseroberer die Decke unseres zentralen Denkorgans aus und versuchen sich im Wetterfrosch, der liebevoll ein temporäres Sonnenlächeln ankündigt. Pathos, wir lieben dich!
Im Gespräch mit dem Freien Magazin klären die hundsmüden Bandmitglieder Adam Olenius (Sänger und Gitarrist) und Eric Edman (Schlagzeuger) über ihre aktuelle Tour, ihr hyper-kreatives IKEA-Heimatsland und ihre Ill Wills auf. Nachsatz: Es ist verdammt schwer, aus erschöpften, weil am Vortag ein bisschen zu viel getrunkenen Musikern viel Worte herauszukitzeln…
FM5: Könnt ihr mir etwas über eure aktuelle Tour erzählen?
Adam Olenius: Alle Konzerte sind ausverkauft, zum ersten Mal überhaupt. Jeder ist wirklich glücklich, obwohl auch jeder müde ist (lacht). Gestern spielten wir in Augsburg und jeder trank ein bisschen zu viel, so fühlen wir uns heute wie Zombies (lacht). Gestern spielten wir Pro Evolution Soccer im Bus, ich hatte die Mannschaft Barcelona.
Habt ihr gewisse Erwartungen in den nächsten Tagen?
Adam: Also diese Tour ist ziemlich „smooth“. Alle Touren bis jetzt waren ein Chaos, der Bus hat nicht funktioniert, es gab viele Arbeitsunfälle usw. Es ist ein bisschen wie in einer Blase: Ich esse und trinke. Das Publikum ist aber super!
Ihr ward bereits Support-Acts von Bands wie The Strokes, Magnetic Numbers und Kings of Leon. Wie ist es, bei solchen Formationen als Vorgruppe dabei zu sein?
Eric Edman: Es ist eine besondere Sache, bei solchen Bands eröffnen zu dürfen. Diese Konzerte sind also wirklich etwas Tolles. Aber es ist auch deswegen gut, weil nicht ein so enormer Druck auf dir lastet wie bei einem normalen Gig.
Adam: Es ist toll. Es ist wie ein Musik-Zirkus. Und unsere Live-Shows werden immer besser.
Ihr kommt aus Schweden und es scheint als ob dieses Land musikalisch zurzeit sehr kreativ ist. Wie seht ihr das?
Adam: Das ist so, weil Musik, Fashion und Desgin so durcheinandergewürfelt wird. Alle unsere Freunde machen Fotos, Filme oder Fashion. Jeder wird dadurch beeinflusst. Ich weiß aber trotzdem nicht, was das Geheimnis dahinter ist. Es hat eben eine große Tradition. Besonders wenn du jemanden hast, der sich für dein Ding interessiert, arbeitest du automatisch sehr hart daran.
Eric: Sehr viele Bands kommen von Stockholm und sehr viele Bands ziehen nach Stockholm.
Reden wir ein wenig über euer aktuelles Album Our Ill Wills. Was meint dieser Titel?
Adam: Wenn du Pop-Songs schreibst, ist es leicht, bei den Lyrics ehrlich zu sein. Du kannst dich von deiner dunkleren Seite zeigen. Das ist aber ein kleiner Kontrast, denn: Wir sind freundliche Menschen, haben also keine Ill Wills!
Was ist euch sympathischer. Große Gigs oder intime Konzerte in kleinen Clubs?
Eric: Wenn du in größeren Konzerthallen spielst, in einer Arena zum Beispiel, ist es einfach zu groß. Bei kleineren Gigs hast du mehr Kontakt zu dem Publikum, auf der Bühne geht es chaotischer zu.
"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)
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