Ein junger schottischer Mediziner wird durch Zufall zum Leibarzt des Staatspräsidenten von Uganda. Kevin Macdonalds Film „Der letzte König von Schottland“ zeigt das Scheitern einer ungewöhnlichen Beziehung zwischen zwei Männern, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Ein abgeschlossenes Studium kann Türen öffnen. Manchmal führen diese auch in eine andere Welt. Die Abenteuerlust packt einen und man möchte einfach nur den Globus drehen, blind mit dem Finger auf ein Land deuten, und ins Flugzeug springen.
Genau das tat Nicholas Carrigan (James McAvoy), als er seine Lizenz zum Heilen von Menschen in den Händen hielt. Doch Kanada war nicht weit genug weg. Und so führte das Schicksal, oder auch Nicholas' Drehgeschwindigkeit den jungen Mann nach Uganda.
Schöne neue Welt?
Nicholas Carrigan findet schnell Arbeit und kommt so einer ihm unbekannten Kultur näher. Er unterstützt Dr. Merrit (Adam Kotz) und dessen Frau Sarah (Gillian Anderson). Doch der Schein einer harmonischen Welt trügt. Mit der Nachricht eines Machtwechsels in Uganda und dem neuen Staatsoberhaupt Idi Amin (Forest Whitaker), ändert sich Nicholas Carrigans Leben mehr, als er sich erwartet hat.
Nicholas wird zu Idi Amins Lebensretter. Der Dank ist groß und der Aufstieg des jungen Arztes rasant. Es scheint sich eine Freundschaft zwischen den beiden zu entwickeln. Carrigan wird zum Leibarzt des Staatsoberhauptes, später zu seinem Berater. Das in ihn gesetzte Vertrauen lässt Nicholas erblinden. Die Machenschaften von Idi Amin seien gut für das Land, so gut, dass Carrigan das Staatsoberhaupt sogar bei wichtigen Meetings vertritt.
Nichts ist, wie es scheint
Auch der Liebe findet in Kevin Mcdonalds Film ihren Platz. Nicholas verliebt sich in eine der drei Frauen Amins, gleichzeitig jedoch erfährt der junge Arzt, von den blutigen Massekrn unter Idi Amins Verantwortung. Zunächst möchte er das nicht glauben, doch als sich der englische Geheimdienst einschaltet und Minister grundlos verschwinden, scheint Nicholas Idi Amins wahres Ich zu erkennen.
Ein Oscar für Whitaker
Idi Amin ist keine erfundene Figur, sondern regierte in den 90er Jahren Uganda. Giles Fodens 1998 veröffentlichter Roman "The last king of Scotland" setzte sich mit den Bluttaten, die Amin angeordnet hat, auseinander und wollte die Welt auf den Diktator aufmerksam machen.
Die Figuren im Film nehmen Abstand von gängigen Klischees und Regisseur Mcdonald lässt keine geradlinige Trennung von Gut und Böse zu. Besonders zu Loben ist das Spiel Forest Whitakers. Er überzeugt vor allem mit seiner Mimik und Unberechenbarkeit. Dafür wurde er 2007 auch mit einem Oscar belohnt.
Kinostart ist der 16. März 2007.