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''Ich war immer voll auf Hardcore''

2007-04-02 00:12:30

Die bekannteste Porno Actrice Österreichs, Renee Pornero im FM5-Gespräch über ihren Beruf, Beziehungen und - Sex mit Fans.

 

Klein, zierlich, äußerst sympathisch und natürlich: man könnte glauben, sie ist die Frau von nebenan, eine wie du und ich, doch wer so denkt, der täuscht. Denn die Frau, die uns im Interview gegenübersitzt ist Renee Pornero: Österreichs größter weiblicher Pornostar. Die gebürtige Steirerin wurde 2005 als beste Darstellerin Europas im Zuge der Eroticline Awards ausgezeichnet und hat sich vor allem in Amerika durch ihre Gonzo Filme einen Namen gemacht.

In Österreich hat sich Miss P. nun hinter die Kamera begeben und ihren ersten Film – "Viennese" – produziert, Grund genug für uns sie um ein Gespräch zu bitten.

 


FM5: Ich nehme mal an, als man dich als kleines Mädchen gefragt hat: "Was willst du denn mal werden wenn du groß bist?" Hast du nicht geantwortet: "Hey, ganz klar – ich will mal ein großer Pornostar werden!" Wie ist es dann doch soweit gekommen?

Pornero: Das ist meine Lieblingsfrage, super! Ich hab, während ich die Matura gemacht habe, meine eigene Wohnung gehabt und deshalb einen Nebenjob gebraucht. Ich hab zwar schon in einem Büro gearbeitet hab, aber einen zweiten Job gesucht und gefunden. Ich hab mich da nur auf einem Bett geräkelt. Da war halt eine Kamera und ich hab mit Typen gechattet. Die haben mir sagen können „mach dieses, mach jenes“. Ich bin sechs Stunden dort gelegen und hab nicht viel getan. Dann hab ich angefangen mit Fotoshootings mit Hobbyfotografen. Ich war viel im Internet unterwegs, hab mir meine eigene Website gebastelt. Das wurde mir dann auch zu langweilig. Mir hat das immer Spaß gemacht vor der Kamera und ich hab das immer gleich von vornherein explizit gemacht und keine „Seite 3 Krone Mädchen“. Also ich war immer voll auf Hardcore. Allerdings, so richtig geniale Fotos mit großen Starfotografen gab es nicht, was vielleicht daran lag, dass ich aus Graz gekommen bin und mich keiner entdeckt hat. Ich hab dann auf einer Erotikmesse in St. Pölten Gina Wild kennen gelernt und mich als offizielle Nachfolgerin beworben. Das war eher aus Spaß, aber sie haben angerufen, dass ich nach Berlin kommen soll auf die Venus Messe zu einem großen Casting. Ein Monat später hab ich meinen ersten Film gedreht. Ich hatte drei Szenen mit drei verschiedenen Männern. Das war so einzigartig von der ganzen Atmosphäre her - die ganzen riesigen Kameras und Maske und alle behandeln dich wie einen großen Star. Es war so genial, da hab ich mir gedacht, eigentlich brauch ich nichts anderes machen, denn die zahlen noch mehr und es macht noch mehr Spaß - so bin ich halt hängen geblieben.

FM5: Wie hat deine Familie reagiert?

Ich hab es ihnen natürlich sagen müssen. Es war zwar keine große Karriere geplant, weil ich nicht daran geglaubt habe. Ich hab ja nicht die typische Optik für einen Pornostar gehabt: Ich war keine Blondine und hatte nicht die riesigen Möpse. Die Firma, mit der ich gedreht hab, hatte aber einen sehr guten PR Agenten, also war ich oft in den Medien, vor allem bei „Wa(h)re Liebe“. Ich hab mir gedacht, dass könnten unter Umständen meine Eltern auch sehen, oder irgend jemand, der meine Eltern kennt. Und sie sollten es ja nicht von irgendwoher erfahren. Da hab ich ihnen alles erzählt und dabei schon klargestellt, dass mir das Spaß macht und dass ich das mache, weil ich wirklich überzeugt davon bin und eben nicht, weil mein Freund mich dazu zwingt, oder ich Probleme habe. Da waren sie dann so auf dem Level „O.K, was soll’ ma machen. Es ist ihre Entscheidung“. Mittlerweile sieht die Sache schon anders aus, weil sie halt wissen, dass ich Erfolg gehabt habe. Und nachdem ich ja jetzt nur sporadisch vor der Kamera steh und mehr Regie mache ist eh alles o.k. Aber es ist auch so, dass ich ihnen nicht detailliert erzähl, was ich genau vor der Kamera mach.

FM5: Laut Wikipedia hast du schon über 200 Filme gedreht, kann man da noch ungefähr sagen, mit wievielen Männern du – beruflich – Sex hattest?

Mit cirka 80 Prozent aus der Pornobranche - das sind gar nicht so viele, so circa 30 - 40 Männer. In dieser Branche herrscht eindeutig Frauenüberschuss. Es gibt aber noch drei oder vier Männer mit denen ich gerne drehen würde.
Mit Amateuren zu arbeiten ist wirklich anstrengend. Man muss dann als Darstellerin schon schauen, dass es dem Mann gut geht, sonst gibt’s ja keine Szenen. Die brauchen halt ihre Liebeleien und so. Also, das geht mir zwischendurch halt schon am Arsch. Ich weiß, es ist ein Job und wir machen jetzt einfach Sex weil die Kamera da ist. Es gibt davor nix und danach nix - das ganze Schmusen muss nicht sein. Aber was tut man nicht alles für den Job.

FM5: Eine Frau ist bekanntlich auch nicht allzeit bereit. Was machst du an Drehtagen um dich „in Stimmung zu bringen“? Wie bereitest du dich auf einen Dreh vor?

Wenn ich weiß, ich hab um elf Uhr meinen Dreh, meine „Call time“, muss ich bereit sein und geh vorher duschen. Hm, was mach ich denn großartig? Kopfmässig bereite ich mich nicht unbedingt groß darauf vor, weil, zum Teil weiß ich ja noch gar nicht, was ich machen werde. Aber ich weiß vorher, mit wie vielen Frauen und Männern ich vor der Kamera zu tun habe. Entweder ich freue mich sehr darauf, weils ein super Label ist und super Darsteller, oder ich denk mir, hoffentlich vergeht die Zeit schnell. Es ist körperlich zum Teil ziemlich anstrengend. Ich würde mal sagen, du kannst dich nicht großartig auf einen Dreh vorbereiten. Es ist prinzipiell wie ein ganz normaler Job. Wenn ich mich in Stimmung bringe, dann während des Drehs und nicht vorher. Ich bin da ziemlich Kamera fixiert. Ich mag dieses beobachtet werden sehr. Ich möchte das möglichst professionell rüberbringen. Dass alles gut ausschaut und so…

FM5: In einem Interview hat der italienische Pornostar Rocco Siffredi einmal gesagt: „Seit zwanzig Jahren mache ich diesen Job, ebenso lang versucht man, mich fertig zu machen. Zuerst mit dem Vorwurf, ich sei zu extrem. Dann wurde behauptet, ich hätte Aids. Obwohl ich immer wieder Tests vorgewiesen habe, hielt sich das Gerücht hartnäckig. Schließlich hat man versucht, mir eine Minderjährige mit gefälschtem Pass aufs Set zu schicken. Wenn etwas extrem ist in unserer Branche, dann der Neid der Kollegen“. Was ist deiner Meinung nach an dieser Aussage dran?

Rocco Siffredi ist überhaupt der große Star. In Europa gibt’s keinen besseren oder bekannteren Darsteller. Ich hab leider noch nicht mit ihm gearbeitet. Aber ich hab zb. jetzt auch mit Harry S. Morgan gesprochen, das ist ein Top Regisseur. Er hat Viennese gesehen und gesagt „Mädl, du hast Potential. Und ich werd dir gleich sagen, wir sind jetzt auf einem Level, auf das wir uns selbst hochgearbeitet haben. Je mehr Erfolg du hast, umso mehr Neider hast du“. Man muss mit dem einfach umgehen können. Dass dann Leute anfangen, dir Sachen in die Schuhe zu schieben, ist ganz normal. Ich rechne schon mit den ärgsten Sachen.

FM5: Wir hatten gerade das Thema Aids erwähnt. Geschlechtskrankheiten sind ein großes Thema in der Pornobranche und ihr müsst euch auch immer wieder testen lassen. Ist die Angst sich anzustecken trotzdem immer präsent?

Eigentlich nicht. Weil, wenn du immer mit dieser Angst aufs Set gehen würdest, brauchst gar nichts mehr machen. Du wärst dann viel zu verkrampft. Es sind gerade Situationen, in denen wirklich etwas passiert ist, die dich nachdenklich machen. Wie vor 2 Jahren in den USA, als ein HIV-Infizierter Darsteller ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte. Da ist wirklich die ganze Branche unter Quarantäne gestellt worden. In dem Moment fürchtest du dich dann schon. Ich war zu der Zeit zwar nicht mehr in den USA, aber ich kenne einige Mädchen, die dann 2 Monate auf ihre Ergebnisse gewartet haben. Abgesehen davon, dass du dann vielleicht diese Krankheit hast, kannst du in der Branche auch nichts mehr machen. Du kannst dich in Ausnahmefällen, wenn du schon gut genug und etabliert bist, selbstständig machen, indem du selber produzierst. Im Prinzip würde ich sagen, ist es ein Berufsrisiko. Es ist keine Angst da, die einem jetzt immer im Nacken sitzt. Ich hab mich aber auch lang mit dem Thema HIV beschäftigt.

FM5: Hast du Probleme mit Fans, die dich treffen, und glauben: „Das ist eine Pornodarstellerin, die ist eh leicht zu haben, und geht jetzt sicher mit mir ins Bett“?

Die Fans merken ziemlich schnell, dass ich nicht leicht zu haben bin. Das trifft aber nicht auf alle zu. Manche Darstellerinnen erfüllen ja das Klischee enorm. Von der Intelligenz bis zur Optik und vom „haben können“. Die sind da sehr, sehr offenherzig. Ich habe manchmal auch so Tage, wo ich mich extrem style, meine Lackstiefel anziehe, Mini und was nur geht. Das mach ich aber nur, wenn ich in Begleitung bin. Alleine traue ich mich das nicht. Ich spreche auch mit den Fans. Und wenn ich dann vorgestellt werde „Das ist die Renee Pornero“, trauen sich die Meisten sowieso nichts zu sagen. Es ist auch interessant, wie sich das Gespräch dann verändert. Zuerst sind sie ganz normal, dann verändert sich das Verhalten. Hunderdtausend Fragen auf einmal. Am Ende heißt es meistens: „Du bist ja eigentlich eh ganz nett!“ Es kommen eigentlich nie Anmachen. Ich glaube, die haben genügend Respekt vor mir und halten Abstand.

 

FM5: Du lebst in einer Beziehung. Ich stelle mir das schwierig vor. Wie geht ihr als Paar mit deinem Beruf um?

 

Wir sind schon lange - elf oder zwölf Jahre - zusammen. Das hat schon vor meiner Karriere begonnen und dementsprechend sind wir beide da so rein gewachsen. Er hat mich immer unterstützt, hatte aber anfangs auch Angst, dass mich Leute über den Tisch ziehen. Ich bin ein junges Mädel und das sind alles „geldgierige Haie" in der Branche und die könnten mich ja abzocken.
Eifersucht war zu Beginn auch ein Thema, wobei ich sagen muss, dass ich die Eifersüchtige bin. Ich hatte zwischendurch auch meine Affairen, von denen er weiß - von jeder einzelnen. Er hatte eine Frau, mit der er sich getroffen hat, wenn ich zum Beispiel drei Monate in L.A. war. Und das war okay so.

Mein Job hat mich insofern auch beeinflußt, dass ich mich privat nicht inszenieren und einen Zirkusakt vollführen will..Wenn ich vor der Kamera ständig gesagt bekomme, was ich machen soll, dann will ich zumindest privat das Sagen haben. Ich mag einfach normalen Sex, einfach schnell, fünf Minuten - das gefällt mir noch immer am Besten.
Abgesehen davon geht es in meinem Leben 24 Stunden nur um Pornographie, da auch mein Freund in dem Business zu tun hat. Außer, wenn ich mit meiner Mutter telefoniere. Da verstelle ich mich aber schon wieder so extrem, dass das kleine Mädchen in mir rauskommt.

 

FM5: Du hast gerade deinen ersten Film - Viennese - selbst produziert. Bist du froh, nun hinter der Kamera zu stehen, oder drängt es dich manchmal doch eher nach vorne?

Naja, ich habe jetzt quasi die Connections, dass ich für jeden arbeiten könnte, mehr oder weniger. Es sind gerade ein paar Labels, die für mich interessant sind, wo ich sage, da würde ich gerne noch was machen. Das geht aber schon in die Spielfilm Richtung. Auch alles, was in die Fetisch Richtung geht, macht unheimlich Spaß. Du musst dich nicht mal ausziehen. Es ist einfach vor der Kamera zu sein, weil du dir um nichts Gedanken machen musst. Es gibt Leute, die dir das alles abnehmen, und du brauchst halt nur agieren. Einen Film zu produzieren hingegen ist schon eine ganz andere Angelegenheit. Da hab ich schlaflose Nächte gehabt und schon irgendwie ausgeschaut, sodass ich mich im Spiegel nicht mehr erkannt habe, weil ich so fix und fertig war. In meiner nächsten Produktion möchte ich dann in die Spielfilm Richtung gehen, mit Dialogen und besserem Equipment. Es ist zwar sehr anstrengend aber auch nett, wenn man selber mal die Chefin ist. Bei Viennese hatte ich das Glück, wirklich gut gecastet zu haben, und hatte deshalb auch keinen Grund ,selber einzugreifen, um etwas zu verbessern. Wenn es doch mal nötig wäre, würde ich auch nicht unbedingt eingreifen, sondern etwas energischer werden und erklären.

 

Fotos: Caroline Kaltenreiner

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Caroline Kaltenreiner

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...Ich wollte immer eine Prinzessin sein, leider war nur mehr der Part der bösen Hexe frei....

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Sandra Maier

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ich will schlittschuhlaufen auf der moskwa

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